Payment & Banking Fintech Podcast

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Fintech, Banking, Payment und Mobile

Newsrückblick im Mai

Newsrückblick im Mai

Der Mai hatte es wieder Mal in sich. Covid-19 hat die Welt und deren Wirtschaft weiterhin vollumfänglich in Beschlag. Forscher und Wissenschaftler suchen immer noch händeringend nach einem Impfstoff, die Infektionszahlen sinken jedoch, zumindest in Deutschland und die Bundesregierung gibt sich mit umfangreichen Lockerungen zufrieden. Die Welt schaut gebannt auf Amerika, nicht dass das Land schon mit der höchsten Sterberate im Zuge von Corona zu kämpfen hat, nein auch ihre fragliche Führungspolitik und die vielen versäumten Strukturänderungen zeigen gerade ihr hässlichstes Gesicht. Mit dem Tod von George Floyd überrennt das Land eine Welle an Protesten, die sich gegen eine fremdenfeindliche und antirassistische Politik aufbegehrt. Doch obwohl das Land brennt und die Krise Trumps politisches Versagen offenbart hat, spricht er nicht die ganze Nation an - sondern ausschließlich seine rechtskonservative Basis, seine meist weißen Wähler - so sad, so fatal, so gefährlich.

Doch auch in unsere Branche war fernab des globalen politischen Geschehens wieder viel los. Jochen und André haben sich abermals wieder zum Kommentieren verabredet und sind die News des letzten Monats durchgegangen. Und darüber haben sie gesprochen:

- WeChat-Betreiber Tecent steigt bei Afterpay ein
- Robin Hood sammelt Geld ein – Bewertungsgewinn dennoch gering
- Andreessen Horowitz legt zweiten Krypto-Fond auf
- Internationale Investoren legen 100 Mio. Dollar bei N26 nach
- N26 entlässt coronabedingt Teile der US-Belegschaft
- Berliner Fintech RIDE übernimmt Fritzi
- Buchhaltungs-Software Unternehmen Zeitgold sammelt 27 Mio. Euro ein
- Russisches Fintech Finom will deutschen Markt erobern
- Comdirekt: Übernahme perfekt
- Prospertity Company nutzt White-Label Banking von Finleap Connext und solarisBank
- Penta schafft kostenlose Konten ab
- Klarna erringt Sieg vorm BGH
- Varengold Bank und Wirecard unterstützen Fintechs nun zusammen
- Anyfin sammelt Geld ein
- H&M führt Klarnas Rechnungskauf in Deutschland ein
- Decathlon führt Selbst-Check-out „Scan&Go“ in Deutschland ein
- Monzo: Trotz frischem Kapital deutlich niedrigerer Bewertung?
- WeChat Pay führt Kreditscoring für 600 Millionen Nutzer ein
- Check24-Bank erhält Bafin-Lizenz und soll am 1. Oktober starten
- Sparkassen-App bietet nun auch Kontoeröffnung an
- Viva Wallet startet in Deutschland
- Fyrst nimmt Versicherungen und IT-Sicherheit ins Angebot auf
- Premiere des digitalen Beratungstools von Deutsche Vermögensberatung und Finleap
- Verimi erhält eIDAS-Zulassung für Einsatz in öffentlicher Verwaltung
- Novi statt Calibra: Facebook benennt seine Libra-Geldbörse um
- Bitbond kooperiert mit der Börse Düsseldorf
- Stripe expandiert in weitere europäische Länder
- Zinspilot-Betreiber Deposit Solutions partnert mit Hamburger Sparkasse
- Yomo - es ist aus & vorbei
- Neue Challenger Bank kommt von Naga
- Payment-Anbieter gründen eigenen Verband
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Business Banking

Heute haben wir über Business Banking gesprochen. Die Digitalisierung und das Internet haben viele Bereiche des Lebens verändert. Dies betrifft nicht nur den privaten, sondern auch den geschäftlichen Bereich. Ein großer Umbruch verzeichnete sich seit der Einführung der DSL-Anschlüsse gegen Ende der 1990er Jahre im Bankwesen. Immer mehr Kunden entschieden sich, ihre Konten online zu führen. Neue Banken eroberten den Markt mit besonders günstigen Angeboten und mit kostenloser Kontenführung. Die individuelle Beratung und der Weg zur Bankfiliale fielen weg. In der Folge fand ein massiver Abbau an Filialen statt. Vor allem auf dem Land und in kleineren Städten wurden Filialen ersatzlos gestrichen.

In der Vergangenheit hielte Geschäftskunden den klassischen Banken länger die Treue als Privatkunden. Doch auch dies hat sich mittlerweile geändert. Es gibt digitale Angebote von sogenannten Neo-Banken oder Fintech-Unternehmen, die den Service und die Möglichkeiten des klassischen Geschäftskontos übertreffen. Diese Challenger passen sich in ihren Optionen und Möglichkeiten an die Bedürfnisse des Unternehmens an und eignen sich somit sowohl für Einzelunternehmer ebenso wie für mittlere und größere Unternehmen. Die Kontoführung erfolgt komplett online. Der Zugriff auf das Konto ist unabhängig von Zeit und Ort möglich. Dies bedeutet, dass Bankgeschäfte zu jeder Tageszeit auch im Ausland erledigt werden können. Für den Zugang zum Konto ist lediglich eine Internetverbindung erforderlich.

Das Online-Geschäftskonto ist für viele Unternehmer eine sehr gute Alternative zum klassischen Banking. Mit der Kontoführung sind keine langen Wege mehr verbunden. Dies ist vor allem für Unternehmen und für Gewerbetreibende interessant, die sich in strukturschwachen Regionen niedergelassen haben, in denen es nach dem Umschwung keine Filialbanken mehr gibt. Zwar bieten klassische Banken auch eine Online-Kontoführung an, die Möglichkeiten sind gegenüber den Optionen der Online-Anbieter, jedoch eingeschränkt. So erfolgen die Kontoführung bei einer klassischen Filialbank und die Buchhaltung stets getrennt, was einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich um ein kleines oder mittleres Unternehmen handelt, bei dem kein Buchhalter beschäftigt wird.

Filialbanken bieten dem Geschäftskunden verschiedene Business Banking Kontomodelle an. Diese sind in ihren Strukturen jedoch recht starr gestaltet. Die ‘Neos’ ermöglichen es dem Geschäftskunden, sein Kontomodell individuell zusammenzustellen. Dazu können verschiedene Pakete definiert werden. Wenn sich die Bedürfnisse verändern, ist kein komplizierter Wechsel des Kontomodells notwendig. Es können einfach Optionen hinzugebucht oder gekündigt werden. Dazu gibt es meistens noch die eigene oder mehrere Debit-Karte oben drauf. Eine von diesen Neo-Banken ist Qonto. Im Januar diesen Jahres kündigte Qonto, die französische Business-Bank für KMUs und Freiberufler, ihren Start in Deutschland an. Getestet wurde das Produkt jedoch schon eine ganze Weile unter dem Radar. Mit seinem Service machen die Franzosen Mitbewerber wie Holvi, Kontist (https://paymentandbanking.com/unternehmen-der-fintech-branche-kontist-gmbh/) oder Penta direkt Konkurrenz. Auch Revolut (https://paymentandbanking.com/revolut-der-wahre-neobank-champion/) und Fyrst, das Angebot der Deutschen Bank blasen in das gleiche Horn. Aber Qonto hat ehrgeizige Ziele für Deutschland – es will nicht weniger, als den Erfolg in Frankreich wiederholen.

Kilian hat sich mit Philipp Pohlmann (Country Manager Deutschland) von Qonto zum Podcast verabredet und mit ihm genau über das unterhalten. Außerdem was Business Banking in der aktuellen Zeit erfüllen muss, damit es auch zum Kunden passt? Wo ist der Sweet Spot und die Zielgruppe? Wie bewegt sich das Umfeld in dem sich nun schon einige neue und bestehende Player „tummeln“? Wie war die Erfahrung von Frankreich aus nach Deutschland zu expandieren?

Ein ergiebiges Thema, in der Tiefe und in der Breit

Banking Exchange 2020 - digital ist das neue analog

Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen ist weiterhin schwierig – doch was macht man als Veranstalter beispielsweise der Banking Exchange 2020? - Genau, wir machen es trotzdem, nur eben digital und für jeden zugänglich. Nicole und Maik fassen in diesem Podcast nochmal zusammen und geben euch Insights rund um unsere #BEX20 im Juni.

Die Krise zwingt auch uns umzudenken. Doch wie es aktuell bei so vielen Unternehmen ist, macht Not erfinderisch – und aktuell treibt sie viele zu ungewohnten Hochleistungen und dem klassischen Modell: Think out of the box.
Deshalb haben auch wir uns einen Plan B überlegt. Einen Plan die Banking Exchange in qualitativer Weise durchzuführen und unseren sowie euren Anspruch gerecht zu werden. Unser Plan B sieht nicht vor das Event zu verschieben. Stattdessen werden wir die Banking Exchange in diesem Jahr zur reinen digital Konferenz entwickeln. Und proklamieren die diesjährige #BEX20 zu Deutschlands größter digitaler Banken-Konferenz.

Zwei Tage gelebte Digitalisierung und Austausch auf Augenhöhe - nur eben digital. Dazu werden wir alle Panel-Diskussionen live ins Internet streamen.
Die Banking Exchange lebt seit jeher vom Austausch und dem Netzwerken. Um dem Ursprungsgedanken auch in Zeiten von Corona gerecht zu werden, werden wir einen Slack-Kanal einrichten, in dem sich alle Teilnehmer digital austauschen, live Fragen gestellt werden können, an Umfragen teilgenommen und mitdiskutiert werden kann.

Holt euch das Streaming Ticker für die #BEX20

API Business im Banking

Deutsche Banken waren bisher vorwiegend mit der Umsetzung der PSD2 beschäftigt. Alle untersuchten Finanzinstitute bieten nun eine PSD2-konforme, dedizierte Schnittstelle für den Zugang zu Zahlungskonten für Drittanbieter an. Jedoch bieten nur 27 % aller untersuchten Entwicklerportale API Funktionalitäten, die über die regulatorischen Mindestanforderungen der PSD2 hinausgehen.

Mit der aktualisierten PSD2 ist Open Banking nicht mehr länger freiwillig, sondern wird zur Verpflichtung für alle EU-Finanzinstitute. Online-Bezahlvorgänge sollen durch die Richtlinie günstiger, bequemer und – vor allem – sicherer werden. Um Transaktionen abzusichern, verlangt die PSD2 eine starke Authentifizierung, also zum Beispiel die Kombination einer PIN mit einem Einmal-Passwort.

Außerdem erfolgt der Datenaustausch nur noch über spezielle technische (Daten-) Schnittstellen (API-Spezifikationen). Über diese können regulierte Drittanbieter (Fintechs, Finance-Start-ups u.a.) auf Daten und Kontoinformationen zugreifen und zum Beispiel Transaktionen direkt auslösen oder Aufträge einreichen, ohne (wie es bislang üblich war) den „Umweg“ über die Bank gehen zu müssen – das Monopol auf Kundendaten, das bislang bei den Banken lag, entfällt.

In der 264. Podcast Ausgabe widmet sich André gemeinsam mit zwei Experten dem Thema APIs in Banken. Volker Broer und Raphael Vaino von Senacor diskutierten mit mir über ein Thema, was in jeder Bank aktuell auf der Agenda steht.

Durchaus ein Thema was wir schon häufiger hier hatten aber zugleich noch nie in der Gänze diskutiert haben. Volker und Raphael mit ihrer Alltagserfahrung und beruflichen Expertise, waren dabei die perfekten Diskutanten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Denn Senacor Technologies ist einer der führenden und wachstumsstärksten Anbieter für Business- und IT-Transformation, Digitalisierung und individuelle Softwareentwicklung im deutschsprachigen Raum. Sie bauen auf moderne Technologien und Methoden: agile Softwareentwicklung, interdisziplinäre Teams, modulare, teils eventbasierte Architekturen, leichtgewichtige Backend- und Frontend-Systeme, native Mobile Applications mit Swift und Java.

In der Diskussion ging es vor allem um sehr grundlegende Fragen:

- Was ist eine API?
- Sind APIs was Neues oder gibt es das schon lange?
- Was ermöglichen APIs?
- Welche Kategorien von APIs gibt es?
- Ist PSD2 gleich Banken APIs?
- Was bedeuten APIs für Banken?
- Was können Banken tun?

Sie haben versucht alles mit Beispielen anschaulich zu machen. Man merkt schnell, dass jedes einzelne Thema das Potenzial für tiefere Diskussionen hat.

Spannend vor allem, dass APIs es aus dem Keller der IT heraus in die Strategie und in die Führungskreise geschafft hat und an wie vielen Stellen in und an der Bank das Thema relevant geworden ist, denn auf technologischer Basis ist die API basierte Infrastruktur ein elementarer Anteil des Open-Banking-Mindsets.

Danke an die beiden Kollegen von Senacor, die wir auch im Rahmen der BEX20 wieder sehen und hören werden.

Corona Commerce – Payment und Handel in Zeiten der Krise

Wie geht’s dem Handel mit Corona? Brechen die Umsätze ein, zahlen die Kunden anders? Darüber haben wir mit vier Experten in unserem 5pm Club diskutiert und erfahren, warum der Krisengewinnler Blumenerde heißt...

Gerade einmal vier Monate ist es her, da standen wir engumschlungen auf der PEX, haben miteinander diskutiert und gefeiert. Desinfektionsmittel? Das war höchstens der abendliche Schnaps an der Bar. Wer hätte damals gedacht, dass die Welt inzwischen eine ganz andere ist? Dass der Handel, egal ob E-Commerce oder stationär, mit völlig neuen Herausforderungen zu kämpfen hat? Die Coronakrise hat viele Wirtschaftszweige zum Erliegen gebracht. Andere Branchen haben einen Ansturm erlebt, der kaum zu bewältigen war.

Um die vielen Meldungen, die seit Ausbruch der Krise durch die Medien geistern, einem Realitätscheck zu unterziehen, haben wir uns mit vier Payment-Spezialisten aus dem Handel unterhalten. In unserem nigelnagelneuen Format, dem 5pm Club. Denn frei nach dem Motto „Irgendwo auf der Welt ist es immer 17 Uhr“ sollt ihr euch natürlich auch während unserer Digital-Diskussionen gepflegt betrinken können.

Unsere Mitdiskutanten waren:
• Lukas Zühlke von der Otto Group
• Matthias Nebus von Mybudapester
• André Moeller von hagebau connect und
• Vincent Hoursch von GetSteps

Wer nicht live dabei war, kann unsere Diskussion im Podcast oder über Youtube nacherleben. Allen, die zwischen Homeoffice, Homeschooling und Hamsterkäufen keine Zeit dafür haben, liefern wir hier die wichtigsten Erkenntnisse.

Der Handel leidet – stimmt oder stimmt nicht?

Alle Teilnehmer waren sich einig: Der Schreck zu Beginn des Quasi-Lockdowns war groß. Vor allem die Händler mit stationärem Geschäft mussten rasch umdenken. Matthias von der Fashion-Plattform mybudapester berichtete, dass der Umsatz durch die Schließung der Läden zunächst um 20 Prozent eingebrochen sei. Ab April aber und spätestens zu Ostern begannen die Kunden, sich online einzudecken. Sein vorläufiges Fazit: Luxusgüter sind krisenfest – inzwischen sind die Verkaufszahlen fast besser als im Vorjahreszeitraum.

Auch Lukas von der Otto Group berichtete von spannenden ersten Wochen, in denen sich die Kunden erst einmal sortieren mussten. Anschließend beobachtete er eine deutliche Verschiebung im Konsumverhalten: Homeoffice-Einrichtung wurde extrem stark nachgefragt, ebenso Fitnessgeräte – ihr Absatz stieg nach Schließung der Fitnessstudios um 500 bis 600 Prozent. Ob der E-Commerce langfristig als Top-Gewinner aus der Krise geht, wie es viele prognostizieren, lässt sich laut Lukas noch nicht erahnen.

In verräterisch guter Laune zeigte sich André von hagebau connect. Kein Wunder, steht doch die halbe Republik Schlange vor dem Baumarkt, um es im Homeoffice so nett wie möglich zu haben. Aber auch er beschrieb „zwei Seiten der Medaille“: In manchen Ländern wie Österreich mussten die Hagebau-Märkte komplett schließen. In Deutschland wiederum galten pro Bundesland eigene Regelungen – ganz auf, ganz zu, nur zehn Kunden auf einmal, nur für B2B geöffnet... Eine große Herausforderung für den Konzern. Das beliebteste Produkt der letzten Wochen war übrigens, man höre und staune, Blumenerde in 20-Kilo-Säcken. Die Säcke sind laut André „wie bekloppt gelaufen“ und waren zwischenzeitlich ausverkauft. Auch unser PaB-Kollege Jochen Siegert outete sich in den Live-Kommentaren als Blumenerde-Hamsterkäufer.

Vincent vom Schuheinlagen-Spezialisten GetSteps berichtete von Akquisekosten, die zunächst „durch die Decke“ geschossen seien. Inzwischen lägen sie um 50% niedriger als vor der Krise. Auch er beobachtete ein geändertes Konsumverhalten: Viel mehr Leute kauften plötzlich Sporteinlagen (den Neu-Joggern sei Dank), während sich andere Kunden den Weg zum Orthopäden sparten und ohne Rezept direkt bestellten.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen

In den meisten Branchen wirkt die Krise als Beschleuniger, so auch im Handel. Ein gutes

Ask me Anything #13

Frag mich was du willst…! Klar gerne, nur was tun, wenn man nicht immer vis a vis die Gelegenheit dazu hat? „Ask me anything“ oder „AMA“ genannt, ist ein beliebtes Format digitaler Plattformen. Dabei steht eine Person oder eine Thematik im Mittelpunkt eines Expertenchats. Ob Fragen zu Expertenwissen oder ganz persönliches aus dem Alltag, ganz egal.

Mit „Ask me anything…“ startet Payment & Banking ein interaktives und regelmäßiges Format, das hoffentlich dank euch, nie langweilig wird. Bekannte Gesichter, Akteure der Szene und inspirierende Persönlichkeiten der Fintech-Branche kommen hier künftig zu Wort. Das Besondere daran: Nicht das Team von Payment & Banking denkt sich die Fragen aus, sondern unsere Community.

Folge 13. – Ask me anything – mit Chris Bartz

„Meine Frau kann Haare schneiden“, sagt Chris Bartz fast entschuldigend, als wir ihn – tatsächlich mit kurzen Haaren - via Zoom mitten in der Corona-Zeit wie aktuell so viele andere Gründer auch zu Hause erreichen. Im Hintergrund spielen unterdessen die beiden Kinder, während wir das „ask me anything“ aufzeichnen. Weil Bartz sonst gewöhnlich das ist, was man gemeinhin „Hans Dampf in allen Gassen“ nennt, genießt er die Zeit mit seiner Familie derzeit sehr.

Bartz ist nicht nämlich nicht nur Gründer von Elinvar, eine Berliner Plattform für Vermögensverwalter, sondern unter anderem auch Vorsitzender des FinTech-Rates, der 2017 vom Bundesfinanzministeriums gegründet wurde. In dieser Position trifft er viele alte Bekannte seiner beruflichen Laufbahn, denn zuvor war Bartz unter anderem auch Venture Partner bei FinLeap.

Mit Chris Bartz sprechen wir über die Pläne von Elinvar, klären aber auch, ob er sich als Vorsitzender eines beratenden Gremiums nicht auch irgendwann den Schritt in die Politik vorstellen könnte? Wir nehmen die Antwort vorweg: Kann er nicht! Doch welcher Ministerposten für ihr reizvoll wäre, verrät er im Laufe der kommenden Stunde.

Kaufdaten - der heilige Gral

Daten sind ein wesentlicher Bestandteil jeder guten Kampagne - ohne sie hätte selbst der erfahrenste Marketer Mühe. Die beste Art und Weise, das Potenzial einer Kampagne zu maximieren, besteht darin, zu recherchieren und alle Informationen zu nutzen, die man in die Hände bekommen kann.

Der Kauf von Daten ist ein hervorragender Weg, um sicherzustellen, dass Unternehmen so effizient wie möglich arbeiten - von der Möglichkeit, den Vertriebsmitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Pitches anzupassen, bis hin zur Unterstützung eines Marketingteams bei der Ansprache der richtigen Zielgruppe. Die richtigen Daten sind der absolut beste Weg, um eine Reihe von Prozessen zu maximieren. Doch ist es wirklich so einfach an die Daten - die immer noch als heiliger Gral gehandelt werden, zu kommen?

Denn bei den guten alten Kaufdaten kommt der alte Vergleich mit den Teenagern und dem Sex zu tragen. Alle tanzen drum herum, jeder sieht „Potenzial to the moon“, keiner spricht drüber und sind wir wirklich so weit, sie zu nutzen? Als Endkunde oder als Händler? Kaufdaten sind technologisch, prozessual und sehr emotional.
Gefühlt sind die „Schweinebauch“ Anzeigen und Flugblätter immer noch nicht „tot“ und der Retail dreht sich um sich selbst und fokussiert sich nur auf den Preis. Aber kann das auch in der „Nach Corona“-Zeit und jenseits der Krise noch funktionieren?
Wie immer gilt es auch hier: Right time, right Place! Wir haben uns mit Mitul Jain von Leaf, an diesem durchaus „tricky“ Thema ausprobiert und ihm versucht die ein oder andere Antwort auf die Frage

- Was sind eigentlich Kaufdaten ?
- Das Thema “Kaufdaten” und die entsprechende Monetisierung gibt es ja schon länger - warum funktioniert es jetzt ?
- Wie “einfach” bekommt man Daten vom Händler und rückt er seinen heiligen Gral heraus? Wie unterscheiden sich hier die Big Players (Supermärkte etc.) vom Long-Tail ?
- Welche Rolle spielen die Big Techs - GAFA und BAT - oder welche Rolle werden Sie spielen?
Und natürlich über das eigene Geschäftsmodell, den Umgang mit der Krise, Wettbewerb und vieles mehr....

zu entlocken. Als CEO von Leaf kümmert Mitul sich um Sales, Kooperationen & Technologie.

Mitul kommt aus der Management-Beratung und hat über Jahre in den Bereichen Retail, Consumer Goods und Telekommunikation eng mit Unternehmen zusammengearbeitet. Datengetriebene Kundenbindungslösungen zu erarbeiten gehörte dabei genauso zu seinen täglichen Aufgaben wie stapelweise frustrierende Kassenbons für das Expense-Reporting zu sammeln.

Bevor er Leaf gegründet hat, hat er bei OptioPay den Bereich Analytics & Data Products geleitet und dort die Engine hinter cleveren, auf Bankdaten basierenden finanziellen Empfehlungen für B2C Kunden entwickelt die inzwischen bei einigen Banken & Versicherungen eingesetzt wird.

Newsrückblick im April

Im April war viel los. Nicht nur Mediziner sprechen angesichts der Corona-Pandemie von einer „historischen Zeit“, auch die Wirtschaft steht vor Herausforderungen von bislang unbekanntem Ausmaß. Es wird die traditionelle Wirtschaft ebenso treffen, wie Digitalunternehmen und auch die Fintechs. Die aktuelle Lage fordert uns allen viel ab.

Zumindest gab es viele News rund um das allgegenwärtige Thema. Jochen und André haben sich demnach wieder zum Kommentieren verabredet und sind die News des letzten Monats durchgegangen. Und darüber haben sie gesprochen:

- Pleo liefert DATEV-Anbindung
- Honey testet den deutschen Markt
- InsurTech xbAV sammelt 25 Mio. Euro ein
- N26: Digitale Karten können sofort nach Kontoeröffnung genutzt werden
- Rocket Internet mutiert zur Kreditbank für Startups
- Finanzguru plant eine Karte für alle Konten
- Getsafe beantragt Lizenz für Versicherungen
- Schufa partnert mit Fino
- Finleap und Deutsche Börse kooperieren
- Smartsteuer launcht Ableger für türkischstämmige Community
- Solarisbank legitimiert Händler auf Otto-Marktplatz
- Krypto-Startup Bitpanda mit neuem Investor
- Trade Republic sammelt 40 Mio Euro bei Investoren ein
- Taxfix erhält 59 Millionen Euro
- DEVK und Sparda-Bank West rollen vorzeitig Online-Beratung aus
- Kooperation zwischen Deposit Solutions und der Deutschen Bank wird ausgeweitet
- Georgische TBC Bank will „Space" nach Deutschland bringen
- Revolut gründet wegen Brexit Unternehmen in Litauen
- Yapily sammelt zwölf Millionen Euro
- Wirex erreicht Marke von 3 Millionen Nutzern
- Google arbeitet an eigener Debitkarte
- Bank Cler arbeitet an Krypto-Wallet
- Schweizer FinTech Loanboox in Deutschland lizensiert
- Numbrs verwirft Geschäftsmodell
- Fitbit Pay startet für Commerzbank-Kunden

Optimismus - oder: welche Errungenschaften uns Corona trotz Krise beschert

Die Corona-Pandemie drückt, wenig überraschend, auf die Stimmung im Land. Wie man Krisen durchsteht, ist abhängig davon, wie man diese erlebt und bewertet. Optimismus ist eine grundsätzliche Lebenseinstellung, sie führt zu höherer Zufriedenheit, zu besserer Stressbewältigung, Optimisten sind sozial anpassungsfähiger als Pessimisten. Optimisten verlieren auch dann den Mut nicht, wenn sich die Lebensumstände verdüstern. Wäre es also hilfreich, wenn wir in der Corona-Pandemie alle zu Optimisten würden?

Optimismus ist nämlich keine endliche Ressource, es ist genug für alle da! Man gewinnt ihn nicht aus der Betrachtung der Gegenwart, sondern aus der Bewertung der Zukunftsaussichten. Es geht nicht um gute Laune durch Schönreden oder um Geduld angesichts der gegenwärtigen Lage. Es geht darum, sich eben gerade nicht mit der Gegenwart abzufinden und darin verzweifelt sein kleines Quarantäne-Glück zu suchen. Wenn die Zukunft in unseren Köpfen entsteht, dann wäre es fatal, gerade jetzt das Denken einzustellen. Ja, wir erleben eine historische Herausforderung und werden tagtäglich, stündlich und auf diversen Newsportalen auch minütlich mit all den Negativkonsequenzen konfrontiert. Jedoch sind so mancher Krise auch wundersame Entwicklungen gefolgt. Und viele davon sind jetzt bereits ersichtlich!

In der 260. Ausgabe des Podcasts traf André auf zwei bekannte und stets optimistische Freunde des Hauses:

- Sibylle Strack, CEO, von Kontist
- und Arnulf Keese, CDO von der DKB

Gleich zu Beginn wurden die Rollen getauscht und Arnulf hat die Moderation der Runde übernommen. Wir widmeten uns der Corona-Krise - mit dem klaren Ziel, trotz aller Härten der Krise ausschließlich optimistische Perspektiven zu finden.
Wir wollten gezielt mit Optimismus die möglichen Chancen in der Krise suchen und die Errungenschaften würdigen, die trotz aller Probleme entstanden sind. Die negativen Auswirkungen der Krise sind uns bewusst und wir wollen sie nicht herunterspielen oder sie zynisch ignorieren.

Der Austausch war klar gemeint als Gegenpol zu der überwiegend deprimierenden Nachrichtenflut, die uns seit Wochen und Monaten umspült.

In der knappen Stunde haben wir dann verschiedene Themen und Bereiche angesprochen und in Teilen tiefer diskutiert.

Es ging um uns als Menschen und wie die Isolation unser Verhalten im Zusammenleben verändert. Es ging um gesellschaftliches Leben und die Auswirkungen auf Kunst und Kreativität. Es ging natürlich auch um Wirtschaft und die ökonomischen Folgen und wie in jedem Thema rund um die Corona-Krise auch um Politik und die Folgen der Zusammenarbeit in der Zukunft.

Es war eine bunte Stunde und uns hat es gutgetan - Arnulfs Phrasenschwein war erstaunlich leer am Ende, aber wir haben vereinbart, dass wir nach der Krise einmal ein Fazit ziehen und schauen, was aus unserem Positiv-Orakel und auch ein wenig “Wunschzettel” wirklich wahr wurde.

Lasst uns wissen, was eure positiven Erlebnisse sind - hier im Kommentar oder auf den bekannten sozialen Plattformen.

Ask me Anything #12

Frag mich was du willst…! Klar gerne, nur was tun, wenn man nicht immer vis a vis die Gelegenheit dazu hat? „Ask me anything“ oder „AMA“ genannt, ist ein beliebtes Format digitaler Plattformen. Dabei steht eine Person oder eine Thematik im Mittelpunkt eines Expertenchats. Ob Fragen zu Expertenwissen oder ganz persönliches aus dem Alltag, ganz egal.

Mit „Ask me anything…“ startet Payment & Banking ein interaktives und regelmäßiges Format, das hoffentlich dank euch, nie langweilig wird. Bekannte Gesichter, Akteure der Szene und inspirierende Persönlichkeiten der Fintech-Branche kommen hier künftig zu Wort. Das Besondere daran: Nicht das Team von Payment & Banking denkt sich die Fragen aus, sondern unsere Community.

Folge 12. – Ask me anything – mit Tom Dapp

Irgendwann hatten wir schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass wir unser „Ask me anything“ überhaupt noch über die Bühne bringen können wurden. Denn mit Voranschreiten der aktuellen Situation wurde aus einem langfristig geplanten Treffen vis-a-vis ein Zoom Call. Doch selbst das musste mehrmals verschoben werden, denn als Chief Digital Officer der KfW Bankengruppe war Tom Dapp in den letzten Wochen der Pandemie mehr noch als sonst eingespannt. Im Think Tank der KfW analysiert er normalerweise das Einsatzpotential digitaler Technologien im Bankensektor.

Aber: Wo ein Wille, da ein Weg! Nach vielen Versuchen war Tom Dapp schlussendlich zu Hause zu erreichen, wo er wie aktuell so viele andere den Spagat zwischen Home-Office und Home Vollzeit-Kinderbetreuung gemeinsam mit seiner Frau zu stemmen versucht.

Herausgekommen ist ein überaus anregendes Gespräch über die beruflichen und privaten Herausforderungen in der aktuellen Situation, über den schönen Schwarzwald und warum er trotzdem kein Förster geworden ist und was Volkswirtschaft mit Corona zu tun hat.