#558: CEO von IDnow spricht über digitale Identität

Shownotes

Im Payment & Banking Podcast spricht Jochen Siegert mit Andreas Bodczek, CEO von IDnow, über die Entwicklung von KYC und der EUDI Wallet in Europa.

IDnow hat sich in den letzten zehn Jahren von der reinen Video-Identifikation wegentwickelt. Heute entfallen über 60 Prozent der Transaktionen auf automatisierte Verfahren. Rund 40 Prozent des Umsatzes werden mittlerweile außerhalb des deutschen Heimatmarktes generiert, wobei Frankreich nach einer Akquisition ein Kernmarkt ist.

Die regulatorische Welle 2027 Mit der Umsetzung von EIDAS 2.0 und der Einführung der EUDI-Wallets ab 2027 erwartet Bodczek eine

Zunahme der Komplexität. Wallet-Vielfalt: Schätzungen gehen von bis zu 100 verschiedenen privaten und staatlichen Wallets aus, die Institute akzeptieren müssen.

Orchestrierung: Der Fokus von IDnow verschiebt sich darauf, diese Vielzahl an Schnittstellen für Unternehmen in einer Plattform zu bündeln.

Harmonisierung: Die EU-weiten Standards werden lokale Insellösungen ablösen und den Wettbewerb durch außereuropäische Player verschärfen.

Conversion und Betrugsprävention Die Wahl des Ident-Verfahrens beeinflusst die Abbruchraten massiv. Während Video-Ident bei ca. 85 Prozent liegt, ermöglichen automatisierte Verfahren (z. B. eID via NFC) Quoten von über 90 Prozent. Im Bereich Sicherheit setzt das Unternehmen verstärkt auf Score-basierte Risikoanalysen. Dabei werden neben dem Ausweisdokument auch Gerätesignale und Verhaltensmuster geprüft, um Deepfakes und professionelle Betrugsversuche zu erkennen.

Marktprognose Bodczek erwartet eine deutliche Konsolidierung: In drei bis fünf Jahren werden voraussichtlich nur noch zwei bis drei große Anbieter den europäischen Markt für Identität und Betrugsprävention maßgeblich bestimmen. Das gesamte Gespräch über die Zukunft der digitalen Identität und die Herausforderungen für den europäischen Finanzmarkt hört ihr in der aktuellen Folge unseres FinTech Podcasts.