#553: Warum der ETF-Boom viele Fondsanbieter unter Druck setzt
Shownotes
ETFs wachsen. Klassische Publikumsfonds verlieren an Relevanz. Im Podcast mit André Bajorat erklärt NaroIQ-Co-Founder Chris Puellen, warum viele Asset Manager strukturell im Nachteil sind und was sich im Markt gerade verschiebt.
Der ETF ist längst kein Nischenprodukt mehr. Während klassische Publikumsfonds nur einmal täglich bepreist werden, sind ETFs kontinuierlich über die Börse handelbar. In einer Welt, die Echtzeit gewohnt ist, wirkt das alte Modell zunehmend aus der Zeit gefallen.
Das zeigt sich auch in den Zahlen: Immer mehr Depots entstehen bei Neobrokern und Direktbanken und dort dominieren ETFs. Wer als Fondsanbieter keinen ETF anbieten kann, ist in diesen Vertriebskanälen faktisch ausgeschlossen.
Das Problem ist weniger die Idee eines ETFs als die Umsetzung. Zwischen Kapitalverwaltungsgesellschaft, Market Maker, Börse und Verwahrstelle entsteht ein technisches und regulatorisches Geflecht, das viele Häuser nicht selbst aufbauen wollen oder können.
Hier setzt NaroIQ an: Das Unternehmen stellt die notwendige Infrastruktur bereit, damit Kapitalverwaltungsgesellschaften ETFs anbieten können, ohne ihre gesamte Wertschöpfungskette auszulagern. Reguliert durch die BaFin, agiert das Team als technologische Schnittstelle im Hintergrund, ohne selbst Fondsanbieter zu sein.
Im Gespräch wird deutlich: Der ETF-Boom ist kein kurzfristiger Trend. Vielmehr steht der Markt vor einer strukturellen Verschiebung. Weniger Produkte insgesamt, aber deutlich mehr ETFs.
Gerade mit Blick auf die geplante Reform der privaten Altersvorsorge könnte sich diese Entwicklung weiter beschleunigen. Banken, Asset Manager und Plattformen müssen sich daher fragen, welche Rolle ETFs künftig in ihrer eigenen Strategie spielen sollen.
Oder anders gesagt: Der Wandel findet statt – die Frage ist nur, wer ihn aktiv mitgestaltet.