Alles Legal #125: KI im Finanzsektor: Warum Aufsicht und Governance jetzt entscheidend werden

Shownotes

Im Podcast „Alles Legal“ erklärt Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-Recht Josefine Spengler, warum damit auch Regulierung und Aufsicht immer stärker in den Mittelpunkt rücken.

Künstliche Intelligenz ist gerade überall – doch im Finanzsektor bekommt die Debatte eine besondere Schärfe. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Josefine Spengler (Annerton) darüber, warum KI für Banken und Zahlungsdienstleister inzwischen unverzichtbar geworden ist und weshalb ihr Einsatz gleichzeitig sofort eine Governance- und Aufsichtsfrage aufwirft. Josefine Spengler macht deutlich: Der entscheidende Punkt ist weniger, dass KI technologisch neu wäre, sondern dass sie inzwischen in Bereichen ankommt, die das Herzstück regulierter Finanzunternehmen bilden. Dort, wo Entscheidungen getroffen werden, die Risiken steuern, Kunden betreffen und letztlich Vertrauen in das Finanzsystem sichern müssen, verändert KI nicht nur einzelne Abläufe, sondern ganze Entscheidungslogiken.

Von Effizienztool zu Kerninfrastruktur Dass KI im Finanzsektor gerade jetzt strukturell wird, hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Technologie deutlich stabiler und produktiv einsetzbar geworden. Zum anderen stehen Institute unter massivem Druck: steigende Kosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und ein Wettbewerb, der längst nicht mehr nur von klassischen Banken ausgeht, sondern auch von datengetriebenen FinTechs und BigTechs. Gerade in einem Umfeld, in dem Prozesse hoch standardisiert und datenintensiv sind, entfaltet KI ihren Mehrwert besonders stark. Sie wird heute bereits in der Kreditprüfung eingesetzt, im Risikomanagement, im Transaktionsmonitoring oder bei der Betrugsprävention. Auch generative KI spielt zunehmend eine Rolle – vor allem unterstützend, etwa bei der Aufbereitung komplexer Compliance-Themen oder im Kundenservice. ** Warum Regulierung so sensibel reagiert** Genau hier liegt auch der Grund, warum Aufsichtsbehörden beim Thema KI besonders aufmerksam sind. Denn KI bringt nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch neue Risikodimensionen. Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten, Entscheidungen werden komplexer und häufig schwerer erklärbar. Fragen nach Transparenz, Verantwortlichkeit und Kontrollierbarkeit stehen plötzlich im Zentrum. Hinzu kommen Abhängigkeiten von Drittanbietern, die Nutzung sensibler Daten und die Herausforderung, dass Modelle sich über Zeit verändern können. Für regulierte Institute reicht es deshalb nicht, KI einmal einzuführen – sie muss dauerhaft überwacht, nachvollziehbar dokumentiert und organisatorisch sauber eingebettet werden. Der Podcast zeigt damit sehr klar: Regulierung ist in diesem Kontext nicht nur Begrenzung, sondern auch Voraussetzung dafür, dass KI im Finanzsektor überhaupt nachhaltig eingesetzt werden kann. Am Ende bleibt die zentrale Erkenntnis: Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, Innovation und Kontrolle so auszubalancieren, dass Effizienzgewinne möglich werden, ohne Stabilität und Vertrauen zu gefährden. Jetzt Podcast hören – überall, wo es Podcasts gibt.